Biofilm - Freund oder Feind?

Mikrobiom im Trinkwasser: Warum Leitungswasser von Natur aus nicht keimfrei ist

Trinkwasser ist ein Naturprodukt und per Definition kein steriles Reinstwasser. Eine Untersuchung von Forschern der Universität Lund (Schweden) zeigte, dass ein Milliliter Trinkwasser aus intakten Kaltwassernetzen zehntausende natürliche, apathogene Mikroorganismen enthalten kann.

Die Rolle des natürlichen Trinkwasser-Mikrobioms

Die Anwesenheit dieser harmlosen Umweltbakterien ist kein Grund zur Sorge, sondern Teil eines natürlichen Ökosystems:

  • Biologische Konkurrenz: Das natürliche Mikrobiom in den Biofilmen der Rohrwandungen baut organische Kohlenstoffverbindungen ab und erschwert es unerwünschten Krankheitserregern, sich im Leitungsnetz anzusiedeln.

  • Strenge Hygieneanforderungen: Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) unterscheidet strikt zwischen dieser unschädlichen Hintergrundflora und Krankheitserregern: Für pathogene Keime (wie E. coli oder Enterokokken) gilt im Leitungsnetz weiterhin eine strikte Null-Toleranz-Vorgabe.

Wann ist eine zusätzliche Filtration an der Entnahmestelle sinnvoll?

Das natürliche Mikrobiom des Kaltwassers ist für gesunde Menschen unbedenklich. Wer jedoch aus individuellen Gründen (z. B. bei Immunsuppression, für empfindliche Säuglingsnahrung oder bei älteren Hausinstallationen) eine definierte Partikel- und Keimbarriere an der Küchenspüle wünscht, kann das Wasser gezielt absichern:

  • Gesinterte Aktivkohle-Blockfilter (z. B. CARBONIT®):

    Bieten mit einer Porenfeinheit von ca. 0,45 µm einen verlässlichen mechanischen Rückhalt gegen Bakterien, Mikroplastik und Partikel direkt am Wasserhahn.

  • Umkehrosmose-Systeme:

    Trennen Mikroorganismen sowie gelöste Stoffe (wie Kalk, Schwermetalle und Nitrat) auf molekularer Ebene physikalisch ab.

(Quelle: Lund University / Fachjournal Microbiome: „Microbial Diversity in Drinking Water Distribution Systems“)