PFAS – "ewiges Jahrhundertgift"

PFAS im Trinkwasser: Grenzwerte, Eigenschaften und Filtrationsverfahren

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (kurz PFAS) umfassen eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Industriechemikalien. Wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften werden sie seit Jahrzehnten in zahlreichen Alltagsprodukten eingesetzt – von Imprägnierungen und Outdoor-Bekleidung über hitzebeständige Beschichtungen bis hin zu industriellen Feuerlöschschäumen.

Da die Kohlenstoff-Fluor-Bindungen in der Natur extrem stabil sind und von Licht, Wasser oder Bakterien kaum abgebaut werden, bezeichnet man PFAS häufig als „Ewigkeitschemikalien“. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Vorgaben die Trinkwasserverordnung macht und wie Filtersysteme PFAS-Verbindungen an der Küchenspüle verlässlich reduzieren.

Wie gelangen PFAS in den Wasserkreislauf?

Über industrielle Abwässer, diffuse Einträge und atmosphärische Niederschläge gelangen PFAS-Verbindungen in Böden und Gewässer.

  • Persistenz: Einmal freigesetzt, verbleiben die Stoffe über viele Jahrzehnte in der Umwelt und reichern sich in Gewässern und Nahrungsketten an.

  • Toxikologische Bewertung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Umweltbundesamt (UBA) stufen insbesondere langkettige PFAS (wie PFOS und PFOA) als kritisch für Leber, Cholesterinspiegel und das Immunsystem ein.

Gesetzliche Grenzwerte der Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

Um den Eintrag über das Trinkwasser streng zu begrenzen, gelten bundesweit erstmals verbindliche Summengrenzwerte:

  • PFAS-4 (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS): Grenzwert von 0,020 µg/l (20 ng/l).

  • PFAS-20 (Summe aus 20 Leitsubstanzen): Grenzwert von 0,10 µg/l (100 ng/l).

Öffentliche Versorger überwachen ihre Rohwässer kontinuierlich und setzen bei Bedarf spezielle Adsorptionsstufen (z. B. industrielle Aktivkohlefilter) im Wasserwerk ein.

Welche Filtertechnologien eignen sich für den Haushalt?

Wer den PFAS-Gehalt im täglichen Trink- und Kochwasser an der Küchenspüle zusätzlich minimieren möchte, kann auf zwei bewährte Verfahren setzen:

1. Gesinterte Aktivkohle-Blockfilter (z. B. CARBONIT®)
  • Funktionsweise: Durch die enorme innere Oberfläche binden hochverdichtete Aktivkohleblöcke (Porenfeinheit ca. 0,45 µm) organische PFAS-Moleküle verlässlich durch Adsorption.

  • Leistung: Erzielen geprüfte, sehr hohe Rückhalteraten insbesondere bei den toxikologisch relevanten langkettigen PFAS-4, während gelöste Mineralien (Calcium, Magnesium) im Wasser erhalten bleiben.

2. Umkehrosmose-Anlagen (z. B. ROWA)
  • Funktionsweise: Die semipermeable Polymermembran trennt gelöste Moleküle und Ionen physikalisch auf molekularer Ebene ab.

  • Leistung: Hält sowohl langkettige als auch ein breites Spektrum kurzkettiger PFAS zu ca. 85 bis 97 % zurück. Gleichzeitig werden Kalk, Schwermetalle und Nitrat weitgehend abgetrennt.

Fazit

Die Etablierung strenger Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung ist ein wichtiger Schritt zur Überwachung von Industriechemikalien. Wer an der heimischen Küchenspüle eine zusätzliche Barriere gegen PFAS und weitere organische Spurenstoffe wünscht, findet in hochwertigen Aktivkohle-Blockfiltern und Umkehrosmose-Anlagen eine praxiserprobte und komfortable Lösung.

(Themenbezug: Berichterstattung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) zu Messungen und Grenzwerten von Industriechemikalien in der Umwelt)